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Bauen für die Zukunft: „Plus-Energie-Haus“

Erstellt von hensel am Montag 29. Juni 2009

Bauen für die Zukunft: „Plus-Energie-Haus“
Von Robert Kruber Berlin im Mai 2009

Mit dem Plus-Energie-Haus beginnt die nächste Generation des energiesparenden Bauens, denn dieses Gebäude erzeugt mehr Energie, als es verbraucht.

Das „Plus-Energie-Haus“ wurde am 18.05.2009 um 19:00 Uhr an seinem derzeitigen Standort am Berliner Hauptbahnhof eröffnet. Vom 18. Mai bis 30. September 2009 können interessierte Personen das Plus-Energie-Haus am Washingtonplatz vor dem Berliner Hauptbahnhof besuchen und sich informieren.

Das Plus Energie Haus beruht auf einer Idee von Studenten der Technischen Universität Darmstadt unter der Leitung von Prof.Manfred Hegge.
Die Technische Universität Darmstadt hat den renommierten Wettbewerb “Solar Decathlon” in Washington D.C/USA gewonnen (2007). Der Solar Decathlon ist ein vom amerikanischen Energieministerium ausgeschriebener internationaler Wettbewerb mit dem Ziel, ein energieautarkes Gebäude für das Wohnen im Jahre 2015 zu entwerfen. Solar Decathlon ist der sog. Zehnkampf der Solarhäuser. Der deutsche Wettbewerbsbeitrag hatte in den Kategorien Architektur und ingenieurtechnische Leistungen gewonnen und konnte somit den Gesamtsieg erringen. Die Ideen und Konzepte auf diesem Gebiet finden weltweit Interesse und Anerkennung.
Das deutsche Projekt war im Rahmen der Forschungsinitiative “Zukunft Bau” des Bundesminister- iums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung gefördert worden. Energieeffizientes Bauen schützt nicht nur das Klima, sondern spart vor allem auch bares Geld. Investitionen in innovative und nachhaltige Technologien lohnen sich für jeden Bauherren. Das Plus-Energie-Haus zeigt, dass beides geht: energieeffizientes und architektonisch anspruchsvolles Bauen.
Das Plus-Energie-Haus ist ein transportabler, vollfunktionstüchtiger Leichtbau und dank der Verwendung neuester Technologien erzeugt er mehr Energie, als es verbraucht. Das jeweilige wissenschaftliche Betreuerteam wird die Energiebilanz kontrollieren und für die Besucher visualisieren. Das barrierefreie Gebäude ist für Ausstellungen, als Beratungszentrum und als Ort für Veranstaltungen geplant. Es beinhaltet neben der Ausstellungsfläche eine Nasszelle und eine Küchenzeile.
Alle Außenwände, das Dach sowie die Fenster sind hoch wärmedämmend. Wärmespeicher in Form von so genannten Phasenwechselmaterialien (Phase Change Materials / PCM) im Haus sorgen für ein ausgeglichenes Raumklima. Sie nehmen die solar und intern gewonnene Wärme auf und geben sie zeitversetzt wieder ab. Moderne Haustechnik minimiert den Energiebedarf. Die Stromversorgung erfolgt über Photo-Voltaik-Module auf dem Dach. Der so erzeugte und nicht vom Gebäude genutzte Strom wird ins Netz eingespeist. Zur Warmwassererzeugung sind zusätzlich Flachkollektoren in das Dach integriert.
Rahmendaten zum Haus
Bruttogrundfläche: 117 m², Beheizte Nettogrundfläche: 89 m², Bruttorauminhalt: 350 m² Heitzwärmebedarf: 12,00 kWh/ m² pro Jahr
Technologien zum energieeffizienten Bauen (neuste Dämmmaterialien wie Vakuumdämmungen, hoch dämmende Fenster, sowie Latentwärmespeichermaterialien) und zur effizienten Bereitstellung von Raumwärme, Warmwasser und Strom werden hier erlebbar. Am Markt verfügbare Techniken wie Mini-BHKWs, Brennstoffzellen, Wärmepumpentechnologien, Photovoltaik in der Fassade werden unmittelbar erfahrbar. Neben der Darstellung innovativer anlagentechnischer Systeme und Energiespartechniken zeigt das Plus-Energie-Haus auch einfache effektive Stromsparhilfen wie den intelligenter Stromzähler, der anschaulich auf den jeweiligen Stromverbrauch hinweist. Das Modellgebäude besteht überwiegend aus nachwachsenden, naturnahen und recycelbaren Materialien.
Der transportable Ausstellungspavillon wirbt für Maßnahmen des Energie sparenden Bauens und zeigt innovative und zukunftsorientierte Lösungen. Nachhaltiges Bauen und moderne Ästhetik sind in diesem Projekt auf beeindruckende Art vereint.
Die Innenausstattung des Gebäudes fordert mit moderner Video- und Postertechnik sowie einem Stromerzeugungsmodell (“Energie zum Anfassen”) alle Sinne des Besuchers. Eine bauseits integrierte Ausstellung richtet sich vorwiegend an Verbraucher und Eigentümer von kleineren Immobilien. Außerdem wird hier über Themen wir Energiesparendes Bauen (Energieeinsparverordnung, Energieausweise, Erneuerbare Energien Wärmegesetz), über aktuelle vorhandene Förderprogramme und Unterstützungsmöglichkeiten (CO2 Gebäudesanierungspro-gramm, KfW-Förderung), neueste technische Lösungen auf dem Gebiet des energiesparenden Bauens (Forschungsinitiative Zukunft Bau) sowie über verschiedene Konzepte beim Energiesparenden Bauen und Modernisieren informiert.
Das Haus wird im Laufe der nächsten 2-3 Jahre als Wanderausstellung in verschiedenen Großstädten Deutschlands aufgestellt.

Quelle:
www.bmvbs.de
www.tu-berlin.de
www.tu-darmstadt.de
www.energie-fuer-morgen.de

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