Polska schmeckt, also polnische Äpfel auf der Grüne Woche

Polska schmeckt, also polnische Äpfel auf der Grüne Woche

Izabella Ewa Cech

Schon am 19. Januar haben viele Journalisten erfahren können, dass auf der Internationalen Grünen Woche 2011 Polen das Partnerland ist. Unverständlicherweise blieb der Stuhl für den Vertreters des Partnerlandes aber leer. Nur nebenbei wurde die Partnerschaft erwähnt. Für die deutschen und internationalen Journalisten begann der Auftakt schon am 19. Januar.
Hier könnte man eigentlich schon enden, aber wie bei einem gallischen Dorf, gab es auch Ausnahmen. Für das Partnerland Polen galt als Eröffnungspressekonferenz die am 20. Januar, einen Tag später. Da kamen die aus Polen angereiste Fernsehteams und Journalisten, die schön über die polnische Beteiligung auf der Grünen Woche berichtet haben und noch eine Woche lang berichten werden. Für Botschaftsvertreter war nur der 20. Januar wichtig. Über die offizielle Eröffnungspressekonferenz einen Tag zuvor hat doch keiner etwas gewusst. Tja fast keiner, denn um 18 Uhr fand noch am 19. Januar das traditionelle Treffen mit den Journalisten des International Federation of Agricultural Journalists (IFAJ) statt. Und dieses Treffen galt auch für die polnische Seite als offizielle Eröffnung.
Polen denken anders, wie man sieht und nur ein wirklich guter Polenkenner kann einige Fehltritte ins Vergessen bringen. Noch am 19. Januar wurden im polnischen Parlament die Staatsangelegenheiten besprochen. Nicht umsonst betonnt immer meine Tochter „Schade, in Latein lernen wir statt „Hallo, wie geht’s“, nur solche Texte wie „ Ave Imperato! morituri te salutant – die Todgeweihten grüßen Dich“ . Vielleicht ist die Idee nicht schlecht und Latein sollte in jede Klasse eingeführt werden.
Jedoch man kann nicht immer über mangelnde Vorbereitung der polnischen Delegation meckern.
Auf der Pressekonferenz hat der Landwirtschaftsminister Sawicki die polnische Beteiligung an der Grünen Woche und die wichtigsten Punkte der polnischen Präsidentschaft in diesem Jahr betont. Als wichtigstes Thema gelten die Subventionen bei denen alle Landwirte gleich gestellt werden sollten. Es kann doch nicht dazu kommen, dass die Landwirte aus Griechenland mehr Geld bekommen, als die Kollegen aus Polen. Gleiche Regeln für alle. Unterstützt werden, laut Sawicki, die Innovationen und Investitionen in der Landwirtschaft. Die zweite Säule der EU-Finanzierung für Landwirte muss mehr für Investitionen, Innovationen und Förderung der Weiterentwicklung gedacht werden, statt der einfachen Finanzierung. Jedoch wie sie im Zusammenhang mit dem Haushalt stehen werden, konnte noch nicht genauer benannt werden. Keine Zahlen im Bezug aufs Geld für Landwirte, keine konkreten Vorschläge wollte der Minister preisgeben. Bestimmt wird der polnische Landwirtschaftsminister seine Kollegen mit den vorbereiteten Vorschlägen überraschen und dann wieder werden alle erstaunt sein.
Für fairen Handel wolle sich der Landwirtschaftsminister während der Gipfels engagieren. Dies alles hängt mehr von den EU-Kommissaren ab und Polen kann nur Vorschläge machen. Dabei muss er aufpassen, damit die deutschen Landwirte nicht mit ihren Traktoren nach Warschau kommen und gegen seine Vorschläge protestieren werden. in den heutigen Zeiten ist doch alles möglich. Die Bauer waren schon in Brüssel, da können sie auch nach Warschau reisen.
Um diese und andere Vorschläge umsetzen zu können, braucht man Geld, Geld was er nicht hat. In vielen Ministerien wurden harte Einschnitte für Ersparnisse angekündigt und hier wird der Finanzminister, wie jeder Geizonkel, den Ministerkollegen ganz genau auf die Finger schauen.
Die Einsparungen werden vielleicht zugunsten der Haushaltslage kommen. Das neue Gesetz über Finanzdisziplin bei den öffentlichen Mitteln sollte schon jetzt eingehalten sein. Alleine das Ministerium für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung hat für die Teilnahme an der Grünen Woche ca. 2 Mio. PLN (über 0,5Mio. €) ausgegeben. Wenn man dazu die von den Marschallämter finanzierte Fläche zurechnet, da kommt man noch auf die mindestens zusätzliche 1 Mio. PLN. Geschätzt wurde der ganze Anteil auf dem Niveau von über 1 Mio.€
In diesem Jahr sieht die polnische Halle offener, freundlicher und heller aus. Im Vergleich zu dem letzten Jahr, bemerkt man mehr Fläche, mehr Offenheit und ein besserer Kontakt mit den polnischen Ausstellern. Es gibt keine Absperrzonen und keine geschlossene Räume. Eine kleine Tanzfläche wurde für die Zuschauer eingerichtet und einige Sorte von Bier sorgen für eine gute Laune. Die ganze Fläche wurde von polnischen Ausstellern voll ausgenutzt. Damit man Rückzugsflächen für Gespräche hat, wurden sogar oberen Etagen eingerichtet, auf denen sich die Fachbesuchern von den anderen Besuchern abgrenzen können.
Von 90 polnischen Ausstellen, die auf den Fläche von 800 oder 1000 m² sich ausstellen, hier herrscht auch keine Einigung, kann man viele Lebensprodukte bewundern. Nicht alle können käuflich erworben werden. Einige kann man nur bewundern. Nach Polen ist es doch nur 80 km. Hauptsache kann wird die Produkte kennen lernen. Wie viele eigentlich Fläche Polen besitzt ist auch nicht ganz genau bestimmt. Laut der Internetseite der Botschaft der Republik Polen in Berlin hat Polen 1000m² Fläche gemietet und nach den Pressematerialien des Ministeriums 800m², also fehlen irgendwie 200m², eventuell sind es ja die Flächen im 1. Stock oder werden wie so oft nach verschiedenen mathematischen Mustern berechnet. Ohne Durchgänge, mit Durchgängen, alles ist möglich. Wie man in Deutschland sagt, wo drei Polen stehen, gibt es vier Meinungen. Alleine für ca. 30m² der Ausstellungsfläche hat eine der Woiwodschaften über 118 000 PLN (ca. 31 000€) bezahlen müssen. Die Beteiligung auf der Messe wird bestimmt ein wichtiger Kostenpunkt für die Unternehmen.
Neben den Unstimmigkeiten müssen die Aussteller gelobt werden. Sie haben ihr Bestes gezeigt und zu einem Guten Ergebnis gebracht. Leckere Würste, milder Käse und Honigprodukte sollten in der Erinnerung der Besuchern bleiben. Nur das Beste und traditionsreichste aus Polen steht den Besuchern zur Verfügung, die polnische Wurst oder Käse, das Sankt Martins Gebäck und das Bier sollten an die kulinarische Reise über Polen antreten.
Viel geräumiger, viel schöner ist der polnische Stand auf der Grüne Woche und das müssen die Aussteller voll ausnutzen. Einige Produkte werden käuflich zu erwerben. Wenn es nicht reicht, sollte man nach Polen kommen und Nachschub kaufen.
Diese Situation zeigt, dass für die Zusammenarbeit mit Polen Geduld und Verständnis benötigt wird. Die Deutschen haben viel Geduld, viel Verständnis und viel Aushaltevermögen, um mit Polen arbeiten zu können. Also viel Glück, das werden wir nach dem 1. Mai 2011 bestimmt benötigen.
Uvid sagte „Barbarus hic ergo sum, quia non intellegor ulli“- und so können wir jederzeit sagen .

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