Messen-Vergleich – Was kann ich als Journalist bei der Akkreditierung erleben

Messen-Vergleich – Was kann ich als Journalist bei der Akkreditierung erleben

Von Björn Hensel

Welche Erfahrungen mache ich, wenn ich mich als Journalist bei einer Messe akkreditiere? Keine großen Überraschungen erhalte ich. Stop, doch eine Ausnahme gibt es, einen Hort der wahren, nur hauptberufliche Journalisten anerkennenden Messe bereitet vielen Journalisten Kopfzerbrechen. Die Messe Berlin stellt sich seit einigen Jahren selbst ein Bein. Wie auch im letzten Jahr, berichteten die Medien in Polen besonders spärlich über die ITB aus Berlin. Liegt das am fehlenden Interesse des Nachbarlandes? Eher wohl nicht, da dieses Jahr die EURO 2012 in Polen und der Ukraine stattfindet und massiv dafür auf der ITB 2012 geworben wurde. Welche Ursachen könnte es denn haben für diesen offensichtlichen Medienboykott? Nach unseren Recherchen ist dafür eine Person maßgeblich verantwortlich. Unser allseits beliebter Herr Heinrich, neuerdings als Mitarbeiter der ITB Berlin Media Center Organisation. Man fragt sich was organisiert er in dieser Abteilung? Verhinderung journalistischer Tätigkeit unterhalb der Hauptberuflichkeit? Abschottung gegenüber ausländischen Journalisten? Wir konnten nur feststellen, dass seitdem Herr Heinrich seine „Finger“ im Spiel hat, die Berichterstattung der Medien über die Messen in Berlin, zumindest in Polen, stark zurückgegangen ist. Diese Erfahrungen mache ich in anderen Städten nicht. Ob die Messe in Hannover oder die Messe in Leipzig, die eine besonders gute Reputation bei den Journalisten hat, eine Akkreditierung ist kein Problem. Das hat einen ganz einfachen Hintergrund. Wenn der freiberufliche Fachjournalist berichtet, berichtet er in gleichem Umfang wie der hauptberufliche Journalist, aber nur über ein Thema, mit profunden Kenntnissen der Materie, um dem geneigten Leser seines Mediums die bestmögliche Information zu bieten. In diesem Jahr gab es 3 große internationale Messen innerhalb von 14 Tagen, die teilweise parallel liefen und als Sieger in der Berichterstattung ist die CeBit in Hannover hervorgegangen, dicht gefolgt von der Leipziger Buchmesse und als abgeschlagener 3. entpuppte sich die ITB Berlin. In den früheren Jahren galt die ITB in Berlin als „Schaufenster der Welt“ und kam bei den Privatbesuchern gut an. Heute entwickelt sich die Messe zu einem „Kongress mit Buchungsmöglichkeit“ und der Wert wird auf die Fachbesucher gelegt. Eine Messe sollte aber immer ein Aushängeschild der Stadt sein, auf dem sich Fach- und Privatbesucher gleichwohlfühlen, um als Magnet für Stadtbesucher zu fungieren.

Fazit:

Wir hoffen, dass die Messe Berlin ihren über viele Jahrzehnte erworbenen Ruf nicht in wenigen Jahren verliert, da einige Mitarbeiter sich als kleine „Entscheidungsfürsten“ über die Hauspolitik der offen Pforten für alle Journalisten hinwegsetzen wollen. Das es funktionieren kann sieht man an dem Beispiel YOU Messe, die größte Jugendmesse Europas, mit der wir, VJJ, seit 2009 wieder verstärkt zusammenarbeiten, um jungen Journalisten eine Chance zu geben einen Redaktionsalltag zu erleben und zu gestalten. Frau Ehring, als Pressereferentin der YOU Messe, hat erkannt, dass nur eine komplette journalistische Betreuung, aller Altersschichten, den gewünschten Erfolg bringt. Und sie setzt auf die Region. Teilnehmer der YOU Jugendredaktion bestanden im letzten Jahr aus Jungjournalisten der Jugendzeitschrift welcomx, der DEKRA Hochschule Berlin und dem Verband Junger Journalisten VJJ. Wir sind natürlich auch in diesem Jahr gewillt wieder unseren Anteil am Gelingen der YOU Messe 2012 beizutragen.

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